Tag 11: Dingboche - Pangboche

27.11.2005 Dingboche - Pangboche

Um 06:30 Uhr werden wir mal von alleine wach. David lächelt mich von der anderen Bettseite an. Es geht ihm gut, juchee! Wir genießen unseren Faulenzertag. David schlummert noch eine Weile und ich lese. Um 07:30 Uhr beschließen wir, runter zu gehen und zu frühstücken. Zwei Sherpas schlafen noch, als wir in den Aufenthaltsraum eintreten. Dorchy zieht sich gerade seine Hose an. Im Nu stellt er uns aber Tee auf den Tisch und kurz darauf unser „Advents-Frühstück“. Es ist so gemütlich, keinem Zeitplan folgen zu müssen, so dass wir in Ruhe weiter unsere Bücher lesen. Langsam kommt auch die Sonne hinter dem Ama Dablam hervor. Es wird schön warm im Aufenthaltsraum und umso gemütlicher, weiterhin die Köpfe in die Bücher zu stecken. Gegen 09:00 Uhr gehen wir hoch packen. Schließlich rechnen wir bald mit Britta und Kai. Um 11:00 Uhr klopft Dorchy an unsere Tür, mit der Nachricht, dass alle angekommen sein. Es geht ihnen gut und sie haben den Gipfel erreicht. Es hat sich wohl gelohnt der Aussicht wegen, auch wenn es sehr anstrengend war. Der Anstieg auf den Kala Pattar musste wohl z.T. kraxelnd überwunden werden. Es herrschte dort oben heftiger Wind. Gegen 12:00 Uhr ziehen wir wieder vereint gemeinsam weiter. Das Tal lassen wir schnell hinter uns. Unser heutiges Ziel ist neben einem gemütlichen Zwischenstopp zum Mittag, Pangboche. Als wir um 15:00 Uhr in unserer Lodge „Ama Dablam“ ankommen, ist noch genügend Zeit für ein Sonnenbad. Britta und Kai gönnen sich sogar eine warme Dusche. Der Sohn des Besitzers ist ein erfolgreicher Sherpa, der bereits auf dem Everest und Pumori war. In einem kleinen Shop verwahrt er noch Lebensmittel, die nachweislich aus seinem Expeditionsjahr 2000 stammen müssen. Sogar Trekkernahrung von VAUDE mit Verfallsdatum 2000 hängt zum Verkauf aus. David und ich bekommen eine Schüssel mit heißem Wasser zum Waschen. Oben in der zweiten Etage befindet sich diesmal das Restaurant und Aufenthaltsraum aller Gäste und der Familie. Der Schwarzweißfernseher ist bereits eingeschaltet und alle Anwesenden sitzen davor. Ein nepalesischer, dramatischer Film wird gezeigt. Wir sind bereits alle in unsere Bücher vertieft, während unsere nepalesischen Teamkollegen wie gebannt auf den Fernseher starren. Wie sich herausstellt, handelt es sich um eine DVD, denn TV funktioniert hier nicht. Später wird eine Dokumentation über das jährliche Zusammentreffen der Lamas in Indien gezeigt. Die ganze Familie und unsere Sherpas schauen gebannt zu. Das uns nicht kalt wird, wird ständig mit Yak-Kot nachgefeuert. Als der Dalai Lama im Bild auftaucht, herrscht allgemeine Entzückung. Plötzlich ist nicht genug Strom da und das Bild verschwindet. Idealer Zeitpunkt für uns, das Geschehen zu verlassen. Toilette und Zähneputzen muss draußen unter dem schönen Sternenhimmel erfolgen. Auf 3.950m ist es immer noch kalt, aber bereits angenehmer als in Dingboche. Unser Zimmer ist knall bunt mit Stoffbahnen abgehängt. Noch eine letzte Runde lesen und gut ist. Gute Nacht!

 

Zimmertemperatur: 10 °C

 

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