Tag 12: Pangboche - Kumjung

28.11.2005 Pangboche - Kumjung

Um 06:30 Uhr werde ich wach, weil David mit seiner Kamera aufgeregt im Zimmer umher springt. Es gibt laut seiner Aussage wohl einen wunderschönen Sonnenaufgang, der die Bergkette um Namche golden erleuchtet. Schnell helfe ich David unser kleines Seitenfenster zu öffnen. Es ist ein fantastischer Anblick. Einmal wach, beginnen wir auch direkt zu packen, so dass wir pünktlich um 07:00 Uhr mit Hab und Gut fertig zum Frühstück sind. Im obigen Restaurant wird sogar geheizt. Es ist kuschelig warm, als wir unsere Toasts serviert bekommen. Wir fragen noch nach dem Namen der zwei Sherpa-Jungen auf den Fotos an der Wand, die offensichtlich bereits sehr erfolgreich im Bergsteigen und Everest Marathon waren. Wir wollen weiterverfolgen, was sie als nächstes erreichen werden. Alles in allem war es eine sehr gemütliche Atmosphäre hier in der Lodge. Gegen 08:00 Uhr brechen wir auf. Der Weg führt uns die bekannte Strecke nach Tengboche. Danny hat den Plan geändert und führt uns nicht via Phortse nach Kumjung, sondern via Tengboche. Dort herrscht herrlich warmes Wetter und wir genießen eine kleine Pause in der Sonne. Weiter geht’s nach Phungi Tanga. Es geht zügig bergab, auch wenn Dorchy, der voraus läuft, nicht mehr sein zügiges Tempo vom Morgen aufweist. David und ich laufen oft nebenher oder auch mal voran. Es staubt sehr. Der feine Sand wirbelt bei unseren teilweise rutschenden Bergpassagen in die Luft.Zum Mittag nehmen wir wieder in unserem Restaurant mit Sonnenterrasse in Phungi Tenga Platz. Genau vor einer Woche saßen wir hier auch und feuerten die Marathonis an. Es ist wieder herrlich. Richtiges Bergidyll.  Ra Ra oder Wai Wai Noodle Soup wird gereicht. Köstlich und mal ein anderer Geschmack. Ach wie sehr sehen wir uns nach etwas Herzhaftem, Bekanntem von daheim zu essen. Gegen 12:30 Uhr setzen wir unseren Weg fort. Es geht nun steil bergauf. Vor einer Woche haben wir noch die Marathonis bedauert, die sich hier noch quälen mussten. Von 3.250m auf 3.790m. Jetzt sind wir dran! Aber es läuft ganz gut und gegen 14:30 Uhr sind wir in Kumjung. Atemberaubend liegt dieser Ort wie in einem Krater. Rundherum sind Hügel und Felsen und mittendrin erstreckt sich Kumjung und Khunde. Die beiden Orte zusammen erscheinen größer als Namche und weisen eine gute Stadtstruktur auf. An den Wegen sind sogar Sträucher und Bäumchen gepflanzt. Sogar zwei Straßenlaternen stehen am Weg. Im Zentrum befindet sich an einem großen Platz die Sir Edmund Hillary School. Kinder aus diesen beiden Orten, Namche und sogar aus Lukla besuchen diese Schule, z.T. mit Internataufenthalt. Wieder kommen wir in einer „Ama Dablam-Lodge“ unter. Diesmal handelt es sich um ein solide gebautes Haus, wie fast alle hier sogar verputzt und mit Innenklo. Im Garten steht eine große Parabolschüssel, die auf TV schließen lässt. Flink ausgepackt und umgezogen (auch wenn die Suche nach frischen Klamotten fast erfolglos ist – man wechselt eher nass gegen trocken), begeben wir uns auf den Weg zur Bakery. Die haben wir nämlich schon entdeckt. Der Kuchen sieht wie immer gut aus. Allerdings schafft es auch die Mikrowelle nicht, die Stückchen zu „verjüngen“. Sie sind ziemlich staubig und Kais Käsegebäck erweist sich als besonders zäh. Wenigstens der Kaffee ist gut und ein Szenenwechsel tut immer gut. Allmählich wird es aber kühl in der Stube und wir ziehen besser in die Lodge um, in der Hoffnung, dass der Ofen schon wie verrückt böllert. Dem ist auch so und alle sitzen lustig vereint drum herum. Neben uns gastieren noch eine große britische Frauen plus 2 Männer Gruppe sowie eine belgische Dame in der Lodge. Auch TV läuft schon – BBC News! Wir widmen uns dem „Mensch ärgere Dich nicht“ Spiel und sorgen mit den zwei spannenden Runden für viel Heiterkeit in der Stube. David und ich haben es aufeinander abgesehen und ziehen munter rein-raus-rein-raus. Unser Getränk des Abends ist: frischer Minz-Tee. Gute Nacht!

 

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