Tag 13: Kumjung – Namche Bazar

29.11.2005 Kumjung –  Namche Bazar

Die Nacht war diesmal bei Kai turbulent. Er hat wohl jetzt Durchfall und fühlt sich ziemlich schlapp. Britta quält ein Hustenreiz. Gott sei Dank geht es David und mir zur Abwechslung mal gut. Wir schwingen uns aus dem Bett, packen und ab zum Frühstück. Heute steht ein kurzer Abstecher nach Khunde auf dem Programm. Ein idyllischer kleiner Ort, a lá Bad Soden. Die Straßen sind sogar nett angelegt und ein kleines Hospital gibt es auch. Insgesamt 15 Betten sowie Röntgen und Untersuchungsraum ( OP). Operiert wird das Ganze von 3 Ärzten (nepalesisch, neuseeländisch, kanadisch) und von privaten Spendengeldern finanziert. Danach steht ein Besuch der Hillary School auf dem Programm. Sir Edmund Hillary hat 1966 die Schule für 10 Klassen eröffnet. Schüler aus einem großen Umkreis können unentgeltlich hier eine Ausbildung genießen und wohnen teilweise auch hier im Internat. Nach und nach ist die Schule durch weitere initiativen gewachsen, beherbergt bereits auch ein Computerraum (japan. Stiftung), 10 Klassenräume, Volleyballplätze etc. Eine tolle Sache, die uns alle bewegt. Langsam trotten wir den Berg hinauf nach Namche Bazar. Oben auf dem Hügel in ca. 3.850m Höhe liegt das Everest View Hotel. Ein Luxushotel, erbaut von einem Japaner mit 12 Zimmern und traumhaftem Blick auf den Mt. Everest. Viele Japaner kommen hierher für ein paar Nächte. Entweder direkt eingeflogen per Hubschrauber aus Katmandu (dafür gibt es auch Sauerstoffflaschen im Hotel) oder zu Fuß aus Lukla. Ansonsten tummeln sich hier viele Schaulustige wie wir, die auf einen Kaffee oder Tee für die faszinierende Aussicht von der Terrasse vorbeischauen. Wir laden Dandy und Dorchy auf einen Tee ein und David gönnt sich ein Club Sandwich. Was ein Genuss! Noch ein fantastisches Gruppenfoto mit atemberaubenden Blick und weiter geht’s. Der weitere Weg ist ebenfalls sehr schön. Immer wieder haben wir entweder das Everest Massiv sichtbar im Rücken oder das grüne Tal aus dem wir von Lukla kamen vor uns. Plötzlich taucht der Flugplatz von Syangboche auf. Ehemals flogen die Maschinen aus Katmandu hierher. Allerdings litten viele Touristen aufgrund der rapiden Höhe unter der Höhenkrankheit, so dass man den Flugverkehr nach Lukla umlegte. Jetzt kommen noch ein paar Hubschrauber mit Gästen des Everest View Hotels hierher. Über einen steppenartigen Hang ging es beschwingt und problemlos abwärts. Und dann lag Namche vor uns. Wie ein Hufeisen breitete es sich unter uns am Hang aus. Nur noch wenige Meter abwärts. Doch weit gefehlt! Da war plötzlich der Weg durch einen Zaun versperrt. Wieder hoch gehe wäre mühsam, daher entscheiden wir uns für das abwärts Kreuzen. Etwas abenteuerlich schleichen wir im Gänsemarsch zwischen den Sträuchern parallel zum Zaun entlang, bis wir auf einen offiziellen Weg treffen, der uns schließlich nach unten führt. In Namche kehren wir wieder im Shangri La ein. Ach wie schön sind doch die Zimmer hier. Die Sonne scheint herrlich hinein, die Betten sind mit weißen Laken bezogen und das Etagenklo mit Brille ist auch sauber und angenehm war. Während Kai sich eine Runde hinlegt, essen wir drei zu Mittag und machen uns dann auf in die Stadt. Endlich wieder kontakt zur Außenwelt - E-Mailing! Später zum obligatorischen Kaffee und Kuchen treffen wir uns alle Vier zunächst bei „Hermann Helmers“ und wechseln dann aufgrund der Raumtemperatur zum „Papumpernickel“. Später schreiben wir Frau Abassi von der Qatar Airways eine e-mail, mit der Bitte unseren Rückflug zu ändern. Mal sehen, ob es so funktioniert. In unserer Lodge ist ganz schön viel los und auch schön warm. Nach dem Essen ziehen David und ich zusammen mit unserem jungen Porter Dorchy noch einmal runter, um eine Billardbar zu finden. Nach zwei Anläufen in schummrigen und überteuerten Lokalitäten finden wir eine ganz nette Bar mit Musik und Billardtisch. Wir geben Dorchy ein Bier aus und spielen zwei Runden. In den horrenden Preisen für die Getränke (550 Rupien für 2 Bier und ein Cola) sind erfreulicherweise auch die Spiele enthalten. Dorchy spielt gut aber durch sein Pech, die schwarze Kugel in der letzten Runde immer falsch einzulochen, gewinnen wir zweimal. Das war ein Spaß und mal wieder einen Szenenwechsel. Gegen 21:00 Uhr sind wir in unserem Bettchen. Mir ist schrecklich warm heute Nacht, David hat Albträume und Britta hustet wie eine Wilde, was man durch die dünnen Wände hervorragend hört. Sonst ist aber alles wie immer.

Gute Nacht!

 

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