Tag 15: Phakding – Lukla

01.12.2005 Phakding – Lukla

Guten Morgen ohne Wecker. Das ist das Ergebnis von 14 Tagen Training. Um 06:30 Uhr stehen wir automatisch auf. David hat schlecht geträumt und ist etwas irritiert. Ansonsten haben wir aber beide fest wie Kinder geschlafen. Jetzt haben wir den Dreh raus. Flink gepackt, gewaschen, noch einmal frische Unterwäsche gegönnt (schon das 3.Mal innerhalb der letzten 14 Tage!) und ab geht’s zum Frühstück. David möchte auch endlich mal mehr als zwei Tassen Tee am Morgen abbekommen. Das geht nur, wenn man eher als Britta am Teepot sitzt. Gefrühstückt wird schon wie beim ersten Mal in der Sherpa-Küche. Schön gemütlich nahe der Kochstelle. Heute steht der letzte Fußmarsch auf dem Programm und wir wollen es alle hinter uns bekommen. Daher wird nicht lange herumgesessen und zügig der Weg aufgenommen. Dorchy weiß wahrscheinlich gar nicht wie ihm geschieht, als David von der ersten Minute an, an seinen Fersen hängt und durch stetige Überholmanöver ihn zu schnellerem Tempo zu bewegen versucht. Dem ist auch so und mit nur einem kurzen Stopp meistern wir die Strecke nach Lukla anstatt in wie geplant 3 Stunden in nur 2 ¼ Stunden. So stehen wir also schon um 10:44 Uhr in Lukla City und freuen uns, es geschafft zu haben. Dandy muss sich am Ortseingang registrieren lassen und dann ziehen wir weiter zur Mera Lodge, bei der alles vor 14 Tagen begann. Man führt uns zu den Zimmern, die ähnlich sind wie die der letzten Tage. Da wir bei unserem ersten Besuch im Garten wesentlich höherwertigere Zimmer, sogar mit integrierter Toilette, gesehen hatten, fragen wir, ob wir nicht in diese wechseln dürften. Quasi als Abschluss-Schmankerl. Der Angestellte sagt Dandy, dass die „Deluxe-Rooms“ USD 10,- Aufpreis kosten, so dass wir uns mit unserem Standardzimmer zufrieden geben. Ab morgen wartet ja das schöne Radisson Hotel auf uns. Plötzlich, gerade wollten wir anfangen auszupacken, kommt Dandy zur Tür herein und teilt uns mit, dass wir umziehen dürfen. Wie er das gedeichselt hat, verrät er uns nicht, aber er schenkt uns somit einen fantastischen Schluss unserer Reise. Uns erwarten zwei wunderschöne Zimmer mit Bad (gefliest und auf Anfrage mit warmem Wasser), große Betten und an einem kleinen idyllischen Garten gelegen. Dort verbringen wir in der Sonne auch den restlichen Mittag. Ra Ra, Wai Wai, fried noodles, Dahl Bat und was wir nicht noch alles an Nepali Food in den letzten 14 Tagen mittags und abends gegessen haben. Es war alles durchaus schmackhaft, aber irgendwie sehnt sich unser Geschmacksnerv nach etwas Bekanntem aus Europa. In der Karte der Mera Lodge findet unser lechzendes Auge schon viel mehr internationale Küche. David greift nach dem Chicken Burger, ich nach Chicken Curry und nur Kai und Britta lassen sich noch ein letztes Mal eine Suppe servieren. Aber auch diese ist cremig und anders im Geschmack als sonst. Der Nachmittag wird gekrönt mit einer warmen Dusche. Endlich mal wieder frische Haare – wie angenehm. Leider zieht es draußen in der Zwischenzeit mächtig zu und die Wärme weicht Wolken und nebliger Frische. Wir begeben uns frisch gewaschen auf die Suche nach einem lauschigen Kaffee. Im Everest Rock Cafe finden wir eine nette Kaffee-Bar. Sehr europäisch angehaucht, lädt dieses österreichisch-nepalesische Joint Venture zu einer heißen Schokolade ein. Allerdings verweilen wir nicht sehr lange hier, da wir uns um 16:00 Uhr mit unseren Sherpas verabredet haben. Diese trudeln auch alle nach und nach in der Mera Lodge ein. Wie in den vergangenen Tagen tummeln wir uns gemütlich um den glühenden Yak-Ofen. Wir bitten alle, sich etwas zu bestellen und so enden wir mit 5 Bier San Miguel 0,65l, Coca Cola und heißer Schokolade. Wir nutzen die gemütliche Atmosphäre, um uns bei allen für die Hilfe und Unterstützung auf unserer Reise zu bedanken und überreichen jedem einen traditionellen Gebetsschal sowie einen Umschlag mit Trinkgeld. Wir haben uns auf die Formel 60,-/55,-/45,-/40,- USD geeinigt und hoffen damit dem Rang, der Mühe und Arbeit gerecht geworden zu sein. Zu unser aller Entzücken erklingt ein bekanntes nepalesisches Lied im Hintergrund (Resampiriri) und Dandy und Dorchy beginnen auch sogleich zu tanzen. Kai und ich reihen uns ein und finden uns in schellendem Gelächter der anderen Zwei wieder. David nimmt alles auf Video auf. Dorchy geht so richtig aus sich heraus, so wie wir ihn noch nie während der letzten Tage erlebt haben. Tanzen scheint seine Passion zu sein. Hoch, runter, Arme nach oben, drehen – alles kein Ding für Dorchy. Nach einem Tanz schlagen wir vor, in die Poolbar zu wechseln und endlich unser Länder – Pool – Duell auszutragen. Dorchy entschuldigt sich, dass er wohl Tanzen, aber nicht Billard spielen kann. Das soll sich aber bald ändern. Zunächst starten wir das Länderduell zwischen Dorchy Tamaneg und Dorchy Sherpa sowie David und Doreen. Wir führen zwar recht bald, aber ich versenke die schwarze Kugel in der falschen Tasche. Dorchy Sherpa lernt sehr schnell und hat bald den richtigen „Stoß“ raus. Danach bestreiten Kai und Britta sowie Dandy und Nima das Spiel -  und gewinnen. Im entscheidenden Finale gewinnen Bitta und ich gegen Dandy und Dorchy Sherpa. Alles in allem war es ein sehr schöner Abend und Abschluss und zu guter Letzt tanzen Dandy und Dorchy noch einmal im Restaurant für uns. Dann ziehen wir uns glücklich und zufrieden in unsere „Nobel-Herberge“ zurück und bedanken uns für die aufregende Zeit mit ihnen hier oben in den Bergen. Eine unvergessliche Reise für uns Vier, mit allen Höhen und Tiefen, die ein solches Abenteuer braucht.

Namaste!