Tag 5: Namche Bazar – Tengboche

21.11.2005  Namche Bazar – Tengboche

Um 06:45 Uhr klopft Kai an die Tür. Etwas knapp bemessen, da wir eigentlich um 07:00 Uhr zum Frühstück mit gepackten Rucksäcken erscheinen sollten. Es wird dann 07:25 Uhr, aber Dandy ist unsere „Unpünktlichkeit“ schon gewohnt. David hat sich heute Milchreis bestellt und ist sehr begeistert, nachdem er fünf Löffel Zucker hinzu gibt. Gegen 08:20 Uhr ziehen wir los, die Sonne scheint bereits  auch in Namche. Heute ist übrigens Marathon Tag. Der legendäre Everest Marathon findet statt. Er startet um 07:00 Uhr am Everest Base Camp und endet in Namche. Wir laufen zunächst die gleiche Strecke wie gestern bis zum Aussichtspunkt auf Everest, Lotse und Ama Dablam. Wir laufen etwa auf der gleichen Höhe einen schmalen Weg am Hang entlang. Der Ama Dablam immer an unserer Seite. Ca. gegen 09:30 Uhr treffen wir auf den ersten Marathoni – ein Nepali, den wir natürlich kräftig anfeuern. Erst einige Zeit später kommt der Zweite, der wie der Erste noch sehr fit aussieht. Langsam geht es abwärts, denn wir müssen runter bis auf Flusshöhe. Wenn wir den Fluss überquert haben, geht es auf der anderen Uferseite wieder alles nach oben nach Tengboche – unser heutiges Etappenziel auf 3.855m. Je steiler es bergab geht umso mehr bedauern wir die Champions, die sich hier hoch kämpfen müssen. Viele gehen nach oben, denn rennen ist bei der Anstiegsdauer nicht mehr drin. Wir erinnern uns, dass wir Trillerpfeifen dabei haben und kramen diese sogleich zum Anfeuern heraus. Gegen 11:30 Uhr haben wir unseren Rastplatz zum Mittagessen erreicht. Wieder sitzen wir gemütlich in der Sonne, der Blick auf den Thamserku gerichtet. Die Alpen ähnliche Berghüttenatmosphäre stellt sich wieder ein. Der Anstieg, der jetzt vor uns liegt wird sehr anstrengend. Es staubt sehr und es geht 2,5 Stunden nur bergauf. Um 14:30 Uhr erreichen wir das Eingangstor von Tengboche. Das buddhistische Kloster von Tengboche ist das wichtigste kulturelle und religiöse Zentrum des Khumbu. Es wurde 1923 erbaut und 1989 durch einen Brand stark zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Heute leuchtet es mit frischen Farben. Tengboche liegt auf einem Hochplateau am Fuße des Südhangs des Thamserku. Von hier hat man einen uneingeschränkten Blick auf die Bergriesen. Der Ort selber ist recht klein, nur ca. 8 Häuser stehen hier aber auch hier gibt es wieder eine Bäckerei. Leider sind unsere Porter noch  nicht da, so dass wir durchgeschwitzt in der Sonne stehen, in der Hoffnung, dass unsere Klamotten in der Zwischenzeit trocknen und uns wärmer wird. Ich bin ziemlich müde und freue mich, mich aufs Bett legen zu können. David nickt auch ein wenig, meine Hand haltend. Die Zimmer sind gut aber das Klo ist ein Plumsklo in Freiluft am Ende des Ganges. Noch eine ganze Weile bleibt uns der Blick auf die Berge erhalten, bis wir im Nebel sitzen. Der Essensraum ist hoch geheizt auf Saunaniveau. Ich fühle mich ziemlich platt und verabschiede mich um 20:30 Uhr ins Bett. David war heute Abend sehr vertieft in sein Buch und ist richtig weit gekommen. Wir haben uns beide etwas über Britta geärgert, die wie ein Fähnchen im Wind die Richtung ändert. Den ganzen Abend hat sie mit Kai und Franziska über der Karte gehangen und Pläne geschmiedet, welche Routen man noch alternativ gehen könnte. Und das, wo wir uns doch anfänglich auf diesen Weg auch mit den Portern und Dandy geeinigt hatten. Mal sehen, wie die Situation morgen aussieht. Gute Nacht!

 

Tengboche liegt auf 3.860m

Zimmertemperatur: 4°C

 

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