Tag 2: Naro Moru - Met Station Lodge

Visitenkarte Paul: Visitenkarte Zara-Tours

 

19.08.2003 Naro Moru - Met Station Lodge

Um 07.00 Uhr klingelt der Wecker. Die Nacht war etwas frisch, so dass ich dankend das morgendliche Bad im Pool mit Kai ablehne und lieber unter die warme Dusche steige. Diesen Luxus muss man doch ausnutzen, wer weiß, was noch auf uns zukommt. Nach dem Frühstück mit frisch bereiteten Omletts und Mangosaft schlägt mein erster Versuch fehl, die Agentur "Destination Afrika" in Südafrika anzurufen, über die wir den Trip am Kilimandscharo gebucht hatten. Genauso erfolglos ist das Versenden eines Faxes. Nach einer 3/4 Std. schaffen wir es schließlich, mit Trudie zu sprechen und die Tour am Kilimandscharo für den 26.08. zu reservieren. Bis dato hatten wir den Starttermin noch offen gelassen, da wir nicht genau wussten, wie lange wir am Mount Kenya bleiben würden und wie lange wir letztendlich nach Tansania benötigen werden. Ehrlich gesagt hatte ich kurzzeitig Angst, die Anzahlung für den Killitrip an einen Briefkastenagentur überwiesen zu haben. Aber so war es ja nun doch nicht. Um 09:00 Uhr steht Paul gestriegelt und gespornt an der Rezeption. Zu unserem Wohlbehagen hat er auch ordentliche Wanderschuhe an und einen großen Rucksack bei sich, in den wir noch einiges unserer Verpflegung stecken werden. Und davon haben wir nicht zu wenig bzw. meinen die Jungs, Paul für das Geld auch kräftig was aufzuladen. Schließlich nennt er sich auch Porter-Guide, was so viel heißt wie Porter (Träger) und Guide (Bergführer) in einer Person. Schlussendlich trägt er satte 30kg auf dem Rücken. Paul ist 33 Jahre und schon unzählige Male auf dem Gipfel gewesen. Heute führt er uns ab dem Gate, an dem wir das letzte Mal unsere Sachen ordnen, uns registrieren und die Parkfee entrichten, durch den Regenwald am Fuße des Mount Kenyas - dem ersten Abschnitt unserer 6-Tage-Tour.
Am Gate haben wir übrigens überraschend festgestellt, dass sich bereits zwei Bekannte aus Frankfurt registriert haben, die ursprünglich mit uns gemeinsam losziehen wollten, sich dann jedoch kurzfristig für einen Alleingang entschieden haben. Nachfolgend seien sie mit H. und L. benannt. Wir sind gespannt, wann wir ihnen zum ersten Mal begegnen werden. Ach ja, eine kleine "Shoppingtour" durch Naro Moru haben wir auch noch gemacht. Sehr bemerkenswert :-) ! Versiegelte Straßen gibt es hier natürlich nicht und durch den gestrigen Regen sind tiefe Furchen in die Straße aus Lehm gefahren worden. Von einer Pfütze zur nächsten hüpfend besorgen wir Eier, Wasser und grüne Bananen. Das sollte zusammen mit unserem Proviant ausreichen.
Der Weg durch den Regenwald ist sehr breit und gut zu laufen. Bambus, Moos, Affen mit weißen, buschigen Schwänzen, Ameisenstraßen und uns unbekannte kenyanische Hühner kennzeichnen unseren Weg hinauf. Es ist sonnig und sehr feucht und der Wald erscheint mystisch. Nach 3 1/2 Stunden und dreimal Rast erreichen wir die Naro Moru Met Station auf 3048m. Aus kleinen Holzhüttchen bestehend, für je 10 Personen, ist die Station ganz nach unserem Geschmack. Schnell ist unser erstes Süppchen gekocht, Wasser gefiltert und wir selber umgezogen. Noch einmal machen wir uns auf den Weg und erklimmen weitere 200 Höhenmeter. "Walk high, sleep low" - heißt schließlich die Akklimatisationsregel Nummer eins. Schinken-Nudeln, David´s neue Technik des Plumpsklo-Besuches, Tee bei Gaslampenlicht, eine Runde Doppelkopf und Kniffel erfüllen unseren ersten Abend in der Höhe. In der Nacht beschäfftigten alle von uns heftige Blähungen, die unweigerlich für mächtiges Gelächter sorgten. Gut, wenn man nicht allein ist :o)

 

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